Erweiterte Sicht

Für Tania Engelke gilt: „wer die Wahrheit in der Schänheit sucht, weiß um deren Vergänglichkeit“. Sie beschäftigt sich intensiv mit dem Tod und der Vergänglichkeit alles Lebendigen und auch die Schönheit der gemalten Blumen wird in ihrer Vergänglichkeit wahrgenommen. Da sie ihre Objekte sehr detailliert und naturgetreu wiedergibt, findet während der teilweise langen Malprozesse der Verfall ihrer „Modelle“ statt. Diese Verwandlung einer Amaryllis oder Pfingstrose von der Knospe über die voll erblühte Schönheit bis hin zum Verwelken und Verblassen der Farben lässt sich in mehreren Stufen beobachten. Durch ihre Detailgenauigkeit wirken die Aquarelle wie Naturstudien aus einem wertvollen, alten Pflanzenbuch oder einer botanischen Abhandlung. Viele Momente des Beobachtens verdichten sich für Tania Engelke zu einem komplexen Bild, in dem sich das Unsichtbare hinter dem Sichtbaren offenbart und so die Schönheit des Alltäglichen entdeckt werden kann.
Karin Richter, Hersbrucker Zeitung, 2. Juli 2003

Lebendige Leinwände in bunten Farben

… Die beiden Künstler (Kurt Neubauer und Tania Engelke) hatten sich bei ihrem Kommunikationsdesign-Studium an der Nürnberger Fachhochschule kennen gelernt und gründeten 1996 das Grafikatelier in Nürnberg. Heute führen sie ein künstlerisches „Doppelleben“ zwischen (Werbe-) Grafik und Malerei. Wobei sie zwischen ihren Auftragsarbeiten im Grafikatelier und ihren freien Arbeiten keinen Widerspruch sehen. „Im Gegenteil, das läuft parallel und befruchtet sich gegenseitig“ beteuern beide einhellig. Die Künstlerin hat nach Höchstadt nur eines mitgebracht: Blumen. Blumen auf meist weißem Grund, in allen Größen und vor allem sehr farbenprächtig.

… Mit einer bewundernswerten Liebe zum Detail hat sie einige der Blüten stark vergrößert, beinahe schon so groß wie ein Mensch werden ihre Aquarellbilder dadurch. … Das Thema der Blumen treibt die Künstlerin bereits seit vielen Jahren um, anfangs jedoch waren die Blüten eher Mittel zum Zweck: „Ich habe mich intensiv mit Tod und Vergänglichkeit beschäftigt und Blumen illustrieren das Thema mit ihrem schnellen Welken sehr schön“, sagt Engelke.
Katrin Merkel, Nordbayerische Nachrichten, 28. Juni 2006

Von praller Blüte bis hin zur welken Vergänglichkeit

Während sich das Laub herbstlich färbt, ist drinnen in der Galerie Frey in Pettensiedel der Frühling ausgebrochen. An den Wänden verliert ein Magnolienzweig seine ersten cremefarbenen Blütenblätter, gelbe und orangefarbene Kapuzinerkresse rankt sich durch den Raum und altrosa Pfingstrosen strahlen in üppiger Pracht. Die Nürnberger Grafikdesignerin Tania Engelke sorgt mit ihren Blumenbildern für Frühlingsgefühle. „Blumenbilder“, sagt die Künstlerin, „das klingt nach Kitsch und wenig nach Kunst.“ Deshalb hat die 41-Jährige ihre Aquarelle auch eher als Studien angelegt. Sachlich, auf hellem Hintergrund. Mit ihrer Detailgenauigkeit erinnern die Werke an die botanischen Blätter einer Sibylla Merian. Ihre Motive holt sich Engelke aus dem eigenen Garten. Lediglich als Gedächtnisstütze dienen Fotos. „So schnell kann ich gar nicht malen, wie die Blumen welken.“
Manuela Meyer, Nordbayerische Nachrichten, 18. September 2007

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